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Sam - Bad Ting

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Nach dem Ende kam das Tief, mit dem Tief der Neuanfang. Was geblieben ist: das unkaputtbare Brüderpaar SAM aus Chelo und Samson. Und natürlich ihre Musik. Wenn auch eine andere als zuvor. Es steht eben alles auf Veränderung, sagen sie. Und das hört man auf der neuen EP avision des Hip-Hop-Duos deutlich heraus.

Kein ausschweifendes Storytelling mehr wie bei den vorangegangenen Alben „True Two Brothers“ (2014) und „Kleinstadtkids“ (2017). Was nicht etwa bedeutet, dass die neuen Songs deshalb nichts mehr erzählen würden. Nein. „Musik soll doch vor allem ein Gefühl transportieren“, meinen die zwei. Und das sagt momentan ziemlich laut: Das Leben darf auch Entertainment sein!

Nach der Enttäuschung vor knapp zwei Jahren, als nicht alles so lief, wie sie es sich vorgestellt hatten, wie das eben manchmal so ist, als sie sich Existenzfragen stellten – „wohin jetzt?“ – beschlossen sie, sich die Leichtigkeit zurückzuholen.

Das ist ihnen mit avision nun gelungen. Weg vom Grübeln halten sie nun kurzlebige Gefühle, flüchtige Bedürfnisse und Kopflosigkeit fragmentarisch fest. Die Platte zeigt musikalisch das Jetzt von SAM. Und das fühlt sich richtig gut an, sagen die beiden Musiker – ihr Sound: FIRE.

Da sind die Beats und Melodien, die sofort hängen bleiben, und Samsons reduzierte Textzeilen zum stimmungsvollen Mitsingen. Ein wenig fühlt es sich an, als hätte sich das Duo nach seiner „gescheiterten“ Beziehung das komplette Gegenteil gesucht. Ganz bewusst und doch intuitiv, weil die zwei ihrem Drang, es nicht mehr so wie vorher zu wollen, gefolgt sind. Ganz typisch für Liebesbeziehungen, oder? Nach einem Aus driftet man ferngesteuert zu dem, was vorher so nicht da war. Das gilt wohl auch in SAMs Liebschaft zur Musik.

Nach dem Bruch mit dem Label Chimperator, das sie 2012 mit Cro für zwei Monate auf Tour schickte, nachdem sie zuvor eigenständig ein Mixtape ZweiNullZwölf online gestellt hatten, starten sie 2018 bei Jive Germany mit neu entfachter Motivation durch. Eine, die sich gegenseitig befruchtet. Auch weil da Visionen aufgeploppt sind, die kurzzeitig verloren schienen. Der Motor, er läuft wieder rund.

In Spuren kann man den Moment nach dem Down von damals auch noch auf der neuen Platte hören. „Bin enttäuscht, aber irgendwie frei“, singt Samson in „Unten“. Der Song erzählt von der Desillusionierung aus jener Zeit, die am Ende aber in dem Bock, wieder nach vorne zu gehen, gemündet ist: „Denn ich bin viel zu weit gegangen, um jetzt zu sagen, is’ okay Junge, das war’s.“ Natürlich war das keine Option – gut so!

Ihr Wille nach vorne zu gehen, er glüht. Chelo, der DJ in München, der als stiller Hintermann delegiert. Und Samson, der Redselige, der sich endlich in Berlin wohlfühlt. Da, wo er dem Dreckigen und Erschreckenden frönt, ohne zu fremdeln, wie er sagt. Was er sieht, schreibt er auf.

Sicher bleiben SAM die Kleinstadtkids aus Ochsenhausen, die im Kulturclash aufwuchsen: der deutsche Papa hörte Schlager, die Mama aus Sambia 2pac. Allein der sympathische Singsang vom Schwäbischen, der durchblitzt, lässt es einen nicht vergessen. Aber wieso auch nicht, die Provinz im Herzen hält sie trotz neuem Infernos in Kopf und Herz auf dem Boden.

Die Verbindung zwischen Chelo und Samson, ein Brüderpaar, das zeigt, dass man Vertrauen darf, sie ist geblieben. Auch wenn es um Musik geht. Ja, sie waren kurz „tausend Meter tief, unten“, wie Samson singt, was jetzt kommt, das muss sich zeigen. Ihr Kern wird’s ja sowieso überstehen.

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